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Über die Höflichkeit von Hunden


© Ullihunde.com

Ulli Reichmann ist nach zehn Jahren Trainerinnentätigkeit in zwei Hundeschulen und zahlreichen besuchten Seminaren klar geworden, dass sie gar keine "Trainerin" sein möchte. Hunde zu "trainieren" ist nicht das, was sie tue. Sie möchte Hunde verstehen, ihre Gefühle ernst nehmen und ihren Menschen dabei helfen, dasselbe zu tun. Aus diesem Grund hat sie das Projekt "Ullihunde" gestartet.



Ich beschäftige mich ja wirklich viel mit Hundeverhalten. Genaugenommen damit, wie sie mit uns kommunizieren.

Und das ist ein weites Feld ohne jegliche Hoffnung, einmal vollkommen erschlossen zu werden. Dreißig Jahre und ich bin erst irgendwo in der Mitte angekommen.


Sicher bin ich mir inzwischen darin, dass Hunden Höflichkeit sehr wichtig ist. Innerhalb ihrer eigenen Spezies und im Umgang mit uns.

Je höflicher und respektvoller man ihnen begegnet, desto mehr davon zeigen sie uns.


Erst gestern habe ich etwas sehr Interessantes beobachtet:

Mein Bertie wollte noch länger im Garten bleiben, aber es war kalt. Deshalb habe ich die Terrassentür geschlossen und gedacht, er würde sich schon bemerkbar machen, wenn er wieder reinkommen möchte.

Das hat er auch getan. Ein ganz zartes, aber eindeutiges „Wuu!“ hat mich auf sein Einlassbegehren aufmerksam gemacht und als ich mich der Tür genähert habe, konnte ich auch seine dazugehörige Körpersprache sehen. Blick auf die Stelle, die gleich geöffnet werden würde und ganz sanftes Wedeln. Übersetzt heißt das wohl: „Würdest Du mir bitte die Tür öffnen? Danke herzlichst!“


„Eine Kleinigkeit“ werden Viele denken. Aber ich glaube, dass viel mehr dahintersteckt.

Er hätte auch laut bellen oder gegen die Tür springen können, hat aber die leise, höfliche Form gewählt.


Warum? Weil er die Wahl hat!


Und ich denke, wenn Hunde die Wahl haben, wählen sie den höflichen Weg.

Leider ist der höfliche Weg der leisere, unscheinbarere und vielen Hunden bleibt diese Wahl nicht, weil sie erst gehört werden, wenn sie laut werden müssen - nicht nur akustisch.


Mit Hunden zu kommunizieren ist eine faszinierende Sache und ich glaube, viel an vermeintlich nötiger „Erziehung“ würde sich selbst ad absurdum führen, wenn wir nur selbst ein wenig leiser wären und lernten, genauer zuzuhören.






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