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Muss man Wildtieren durch den Winter helfen?

Viele Menschen wollen den Tieren etwas Gutes tun und holen Igel ins Haus, um sie durch den Winter zu füttern oder geben den Enten im Park altes Gebäck. Auch die Wildtiere im Wald werden manchmal gefüttert. Doch brauchen sie das wirklich?


Die allermeisten Wildtiere kommen ohne die Hilfe von Menschen aus. Viel wichtiger ist es, dass Lebensräume der Wildtiere erhalten bleiben! Das beginnt zum Beispiel schon in deinem Garten. Den Igeln hilft es zum Beispiel, wenn wir in unseren Gärten heimische Pflanzen wachsen lassen und sie nicht zu sehr aufräumen. Dann finden die Tiere selbst genug Nahrung und ungestörte Plätze, an denen sie überwintern und ihre Jungen aufziehen können.


Enten füttern?

Vor allem im Winter sieht man viele Menschen an Seen und Flüssen, wie sie mit ihren Kindern Enten oder Schwäne füttern. Was viele jedoch nicht wissen: Mit altem Brot und Semmeln schadest du nicht nur den Tieren, sondern auch den Flüssen, Seen und Wiesen!

Enten ernähren sich von Wasserpflanzen und kleinen Tierchen, die sich im Wasser aufhalten. Sie finden zu jeder Jahreszeit genug Essen.

Das Gebäck kann die Tiere krank machen und ist mitunter sehr trocken und kann im Hals stecken bleiben. Trinken die Enten danach etwas, kann es im Hals oder Magen aufquellen. Zudem ist es viel zu salzig, enthält viel Zucker, Aromen, Farbstoffe und andere industrielle Zusätze und kann somit schon als Fast Food für die Tiere angesehen werden. Auch die Menge, welche verfüttert wird, ist für die Tiere schädlich. Außerdem wird das Wasser immer schmutziger - und alle anderen Wasserbewohner leiden darunter.


Vögel füttern?

Bei der Frage, wie wichtig das zusätzliche Futterangebot im Winter für Vögel ist, gehen die Meinungen auseinander. Die Einen sagen, dass eine ausschließliche Fütterung bei Frosttagen und geschlossener Schneedecke völlig ausreichend ist. Die Anderen hingegen finden eine ganzjährige Fütterung als sinnvoll und notwendig.


„Futterhäuschen eine sehr wichtige Hilfe für heimische Vögel um zu überleben und zwar nicht nur im Winter. Da der Energieverbrauch im Winter sehr hoch ist, kann ein zusätzliches Nahrungsangebot lebensrettend für die Vögel sein. Im Sommer macht den kleinen Flugkünstlern zwar nicht die Kälte zu schaffen, aber durch das verstärkte Zurückdrängen natürlicher Lebensräume, ist das Futterangebot nicht mehr vergleichbar mit dem von früher. Der Insektenbestand beispielsweise ist in den letzten Jahrzehnten um 75% zurückgegangen. Die Forschungen haben auch ergeben, dass in der Zeit, in der die Jungen aufgezogen werden, die Futterhäuschen nur in Notzeiten aufgesucht werden, da der Instinkt, natürliches Futter an die Jungvögel zu verfüttern, stark ist.“ Das Argument, dass eine hohe Ansteckungsgefahr am Futterhäuschen besteht, konnte Prof. Dr. Berthold (einer der führenden Ornithologen Deutschlands) ebenfalls nicht bestätigen. Durch die hohe Körpertemperatur der Vögel, die bei 43 bis 44 °C liegt, haben ansteckende Keime nur ein geringes Etablierungspotential.


Die Fütterung sollte in jedem Fall artgerecht sein, damit die Vögel gesund bleiben und den Winter gut überstehen. Infos hierzu findest du hier!


Waldtiere, wie Rehe füttern?

Das Füttern der größeren Wildtiere ist nicht nur im Wald, sondern grundsätzlich auch auf eigenem Grund verboten. Fütterungen dürfen nur durch Jagdberechtigte auf Basis der Vorgaben im Jagdgesetz durchgeführt werden.


Eine falsche Fütterung kann den Tieren ernsthafte Schäden zuführen und bedrohlich werden! Durch das oftmals „gut gemeinte Leckerli“, wie altes Brot oder biologische Küchenabfälle wird die Verdauung von Reh, Hirsch und Co jedoch beeinträchtigt und die Tiere werden krank.


Viele Arten reduzieren in der kalten Jahreszeit ihren Stoffwechsel und kommen mit weitaus weniger Nahrung aus als im Sommer. Durch ein übermäßiges Angebot an Nahrung im Winter wird den Tieren eine gute Versorgungssituation vorgespielt. Beim Wegfall der Futterquelle finden die Tiere dann nicht mehr genug Nahrung auf natürlichem Weg und verhungern.

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